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Die Welle

Klassenspiel der 11. Klasse unter der Regie von Christoph Brüggemann

 

Die Welle kommt ins Rollen

Nach einer ziemlich langen Suchphase haben wir uns für das Drama "Die Welle" von Morton Rhue entschieden. Die intensive Probenzeit hat bereits begonnen. Mit Fleiß und Schweiß arbeiten wir an den Szenen. Und das nicht nur schauspielerisch: Es wird auch sportlich!

Freuen Sie sich auf Footballspieler und Cheerleader, die das Gesamtbild einer amerikanischen highschool, kreiert von Kulissenbauern und Kostümbildnerinnen, mit prägen.

Donnerstag, 9. Juli, 20 Uhr
Samstag, 11. Juli, 20 Uhr
Sonntag, 12. Juli, 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.

Die tief beeindruckenden Aufführungen sind auf youtube abzurufen:

https://www.youtube.com/watch?v=2b3luAxgWBY

https://www.youtube.com/watch?v=OYt4Ae31Y04

Beitrag in der Schulwoche, nach dem Spiel

„Die Welle – ein Unterrichtsversuch, der zu weit ging“ Am vergangenen Wochenende führte die 11. Klasse unter der bewährten Regie von Christoph Brüggemann ein Lehrstück über Manipulation, Macht und Masse auf – das bekannte Experiment eines kalifornischen Highschool-Lehrers von 1967, welches als Roman verarbeitet und auch mehrfach verfilmt wurde.
Auf der offenen Bühne, durch Podeste gegliedert und abgetrennt, fanden sich nicht weniger als der Klassenraum und die Pausenhalle, das Redaktionsbüro der Schülerzeitung, das Lehrerzimmer sowie die Wohnung des Lehrers Ben Ross einschließlich hochkant stehendem Ehebett und Waschmaschine. Die Zuschauer wurden schon vor Beginn durch das mit schriller Trillerpfeife begleitete Sporttraining eingestimmt; nach der Pause war dann auf Stühlen, Schulhof und Parkplatz überall das Zeichen der „Welle“ plakatiert. Das stetig anwachsende Bedrohungsgefühl durch eine Massenbewegung ging buchstäblich unter die Haut – bis hin zu den Fahnenträgern, die schließlich durch den Saal paradierten und sich an den Türen postierten. Fast war man schon dankbar, wenn die immer bedrückender und dramatischer werdende Entwicklung durch humoristische Einlagen oder den schwungvollen Auftritt der Cheerleader-Girls ein wenig aufgelockert wurde.
Ein besonderer Genuss bei unseren Klassenspielen ist es immer wieder, ein Stück in zwei Besetzungen sehen zu dürfen, vor allem wegen der sich dabei zeigenden unterschiedlichen Individualitäten. Aber auch der Inhalt gibt ja zu denken, so dass es gewiss nicht schaden kann, ihn zweimal zu sehen und zu hören.
„Die Welle“ handelt von einem Gruppenprozess, der eine gewaltige Eigendynamik entwickelt und am Ende kaum noch gestoppt werden kann. Sie handelt von der latenten Gewalt, die Massenbewegungen eigen ist, von der Ausgrenzung von Andersdenkenden, aber auch von der Sehnsucht nach Disziplin, Struktur und Gemeinschaft. Nicht mehr selbstständig denken zu müssen kann als erleichternd erlebt werden, Autorität als wohltuend.
Solche sich verselbstständigenden Gruppenprozesse kennt jede Klasse – ja, auch diese 11. Klasse –und jede Schulgemeinschaft – ja, auch unsere Schulgemeinschaft. Man muss gar nicht erst an den Nationalsozialismus und die Verführbarkeit der Massen denken, die den Ausgangspunkt für das Experiment von Ben Ross bildeten…

Susanne Stein