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Frühlingserwachen

Klassenspiel der 12. Klasse (2012)

Zum Spiel der 11. Klasse Die Proben laufen auf Hochtouren: Die 11. Klasse führt am zweiten Juniwochenende Frank Wedekinds Stück „Frühlingserwachen“ auf. Der Untertitel lautet: „Eine Kindertragödie“. Tatsächlich haben ungewollte Schwangerschaft, Versagensängste in der Schule und Kommunikationsprobleme mit den Eltern wohl nur wenig von ihrer Aktualität verloren, auch wenn das Stück, als es Anfang des 20. Jahrhunderts zum ersten Mal gespielt wurde, skandalträchtiger war als heute.
Mit Nils Daniel Finckh, einem Schulvater, hat ein professioneller Regisseur die Leitung übernommen, für den die Schüler sich nach einem Kennenlern-Workshop mit großer Mehrheit entschieden haben.
Die 11. Klasse freut sich auf Ihr/ Euer Kommen. Die Bekanntgabe des empfohlenen „Mindestalters“ für Besucher erfolgt noch über die Klassenlehrer.
(Mittelstufenschüler bitte nur in Elternbegleitung!)
Freitag, 8. Juni, Samstag, 9. Juni,
Sonntag, 10. Juni, jeweils um 18 Uhr
Ihre/Eure 11. Klasse

Die Aufführung - eine Besprechung

Frühlings Erwachen, großes Theater an unserer Schule! Stille, Dunkel. Minutenlang Stille, als alles vorbei ist. Dann Licht auf der Bühne, die Hauptdarsteller umarmen sich. Immer noch Stille, Spannung, der Atem angehalten, Verharren in den dunklen Zuschauerreihen. Tief berührt, erfasst von dem Geschehen auf der Bühne, braucht es Zeit, bis die Freude der 11. Klasse nach dem Ende die Starre bei uns löst und sich tosender Applaus entlädt. Frühlings Erwachen von Wedekind, das war großes Theater der jungen Menschen an unserer Schule. Authentisch, voller Herz und hoher ernsthafter professioneller Spielweise, haben sie die Ideen, die Personenführung und die Entwicklung ihrer Figuren in der starken, einfallsreichen Inszenierung des Regisseurs Nils Daniel Finckh realisiert. Kindlich naiv, verspielt, neugierig, sich versuchend, wissen wollend, authentisch und ohne Bruch spielen die Elftklässler, entwickelt sich das tödliche Drama auf der Bühne. Keine Distanz ist möglich für den Zuschauer, fehlt doch der Vorhang, sind Bühnenbild und Requisite auf das wesentlich Notwendige reduziert. Gerade deshalb wirken Spiel, die Charaktere, die Handlung so nah, hautnah. Auch die überdimensionalen Videoeinspielungen der Erwachsenen, der mahnenden, verschweigenden Mutter, eine große Herausforderung für alle Beteiligten, so war es jedenfalls im farblich passenden Programmheft zu lesen. Aber nichts davon war zu spüren. Alles wirkte so ergreifend ehrlich und selbstverständlich, dass der Zuschauer sich in einem der großen Hamburger Theater glaubte. Erst nach der langen Stille am Ende, nach dem Dunkel, immer noch bedrückt und umfasst von dem Stoff, erreicht uns Zuschauer das Licht, das Lachen, die Freude auf der  Bühne. Gelöst und zufrieden sind sie, weil sie alles so hervorragend bewältigt haben. Großes Theater an unserer Schule. Danke an alle, die dieses mit viel Mühe, Engagement und Herz auf die Beine gestellt haben.
Keren Meyer