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"Eine Kleine Nacktmusik"

Fasching 2011

Wenn das Mäuschen mit dem Floh Walzer tanzt, dann hat in der Rudolf Steiner Schule Nienstedten der Fasching begonnen! Allerlei Großwild und Kleingetier traf auf Märchenwesen, Griechen und andere ehrwürdige Völker bewegten sich entsprechend  über die Bühne,  ziemlich freche Handwerker, die ihre Arbeiten reichlich unkonventionell ausführten, tanzten ihrem Chefkoch gehörig auf der Nase herum! Prominente und solche, die es werden wollen, tummelten sich wichtig über die Bretter, die die Schule bedeuten. Sogar Andrea Graf und Katharina Navratilowa fanden sich zu unserer Freude ein zu einem spannenden Match mit Shi und Ng, die Partie endete selbstverständlich unentschieden: Nach dem Schillerschen Motto „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“, war Gewinnen oder Verlieren unwichtig.
Ein Rattenfänger aus Hameln vermochte mit seinen Geigenzaubertönen die roten Vorhänge aufzuziehen und das Bühnengeschehen zu eröffnen. Unser Clown hatte in Shi und Ng zwei entzückende Assistentinnen gefunden, die mit Witz und liebevoller Hilfestellung ihn aufzuheitern versuchten, denn Clown zu sein ist schon eine sehr ernste Angelegenheit: Das Lachen könnte eventuell ansteckend sein! Das Anbringen eines  Plakats machte doch gehörige Schwierigkeiten, wie rum geht denn das, selbst in der WocheDieSchul gab es keine vernünftige Gebrauchsanweisung, die steht ja seit einiger Zeit auf dem Kopf – oder nicht? Oder doch? Shi und Ng störte das nicht und sie riefen angesichts der neuen Mäuseplage unsere Frau Zucchini, Verzeihung, Frau Bohne, im Schulbüro an und ließen eine Kleinanzeige veröffentlichen. Darauf meldeten sich zwei prächtige Katzen, die sich mit einem ohrenschmausigen Miaugeheule um die Mausfangstelle bewarben. Gioachino Rossini hätte sich nichts Besseres für sein Duetto per due Gatti wünschen können. Hörenswert, absolut hörenswert!
Maestro Signore Starke kam dann und schenkte unserem Pomodoro einen Zauberstab. Aber das hätte er lieber nicht tun sollen, denn die freundlicherweise erschienene Streich- und Blaskapelle produzierte unter diesem ungeübten Zauberstabdirigenten heilloses Chaos: Selten sah man unseren Herrn Starke so zornig, und es brauchte einige Überredungskunst, um ihn dann doch wieder an die Geige zu holen und die Kleine Nacktmusik erklingen zu lassen. Unser Team vom NDR konnte dadurch glücklicherweise einen perfekten Mitschnitt herstellen.
Dieser Carneval lehrte uns etwas Neues: Flöhe mögen keine Liebeslieder! Teile unseres befallenen Kollegiums sangen sich dann auch flohfrei, jedoch Pomodoro und ein gewisser Ehrsami konnten die kleinen Dinger einfach nicht loswerden. So lieferten sie sich ein unnachahmliches Duell im Wiener Schrammel-Walzertakt, bis der kleine Floh aufgab und Schutz suchte bei unserer lieben Frau Doktor. Sie schmuggelte ihn in einem Schächtelchen aus der Gefahrenzone und konnte ihm so das Leben retten. Bravo, Frau Doktor!
Als unserem Clown dann der Mond vom Himmel in die Arme fiel und viele Sternluftballons herabsanken, gab es für unsere Kinder kein Halten mehr und sie stürmten die Bühne, um auch einen davon zu erhaschen.
Es war ein schöner Fasching, voller Poesie und Träumerei, Ulk und Unsinn, der den Reigen unserer Schulfeiern und Schulfeste ergänzte, denn zum Einatmen im Kreislauf des Jahres gehört selbstverständlich auch das Ausatmen. 

Fridolina Annunziata Baronin zu Hinternberg